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#NotebookLM#Gemini Notebook#Google Workspace#Datenschutz#DSGVO#AVV#Mittelstand

NotebookLM im Unternehmen: welche Fassung Firmendaten verträgt, was sie kostet und wo die Daten liegen

NotebookLM heißt seit Juli 2026 Gemini Notebook. Wir haben am 28. September 2026 die Hilfe-, Datenschutz- und Preisseiten von Google nachgelesen: welche Fassung mit Ihren Daten trainiert, wann der Workspace-AVV gilt, warum die Datenregion von Workspace hier nicht greift und welche Grenzen Google nennt. Dazu eine Rechnung für ein Team mit fünf Personen und eine Tabelle, welche Daten in welche Fassung dürfen.

Annett Krusch
NotebookLM im Unternehmen: welche Fassung Firmendaten verträgt, was sie kostet und wo die Daten liegen (Mit KI erzeugtes Bild)Mit KI erzeugtes Bild. Mehr zur KI-Transparenz

Die kurze Antwort zuerst. NotebookLM heißt seit dem 16. Juli 2026 Gemini Notebook. Es ist dasselbe Produkt, Links und Notizbücher gelten weiter. Für einen Betrieb zählt vor allem eine Frage: Mit welchem Konto arbeiten Ihre Leute darin? Mit einem Workspace-Konto ab Business Starter fällt Gemini Notebook unter Ihren Workspace-Vertrag samt Auftragsverarbeitung, und Google trainiert nicht mit Ihren Inhalten. Mit einem privaten Gmail-Konto gilt das nicht.

Eine zweite Sache überrascht viele Workspace-Kunden: Die Einstellung zur Datenregion, mit der Sie Ihre Daten in Europa halten, greift in Gemini Notebook nicht. Das schreibt Google selbst. Wer eine vertragliche Speicherung in der EU braucht, landet bei der Enterprise-Fassung über Google Cloud.

Alle Angaben in diesem Beitrag haben wir am 28. September 2026 auf den Hilfe-, Datenschutz- und Preisseiten von Google nachgelesen. Wir nennen das Produkt im Text meist beim alten Namen, weil die meisten danach suchen. Die Quellen stehen am Ende.

Offenlegung: Wir haben Gemini Notebook für diesen Beitrag nicht selbst bedient und keinen Workspace-Adminbereich dafür eingerichtet. Alles, was hier über Funktionen, Grenzen und Datenschutz steht, sind Angaben von Google. Die Rechnung und die Entscheidungstabelle sind von uns.

Die Übersicht

Frage Privates Google-Konto (kostenlos oder Google AI Plus/Pro/Ultra) Workspace ab Business Starter Gemini Notebook Enterprise (Google Cloud)
Vertragsgrundlage Google-Nutzungsbedingungen Google Cloud Terms of Service, Workspace-Vertrag Google Cloud Platform Terms of Service
Auftragsverarbeitung (Cloud Data Processing Addendum) nein ja, als Kerndienst Cloud-Vertrag, von uns nicht einzeln geprüft
Training mit Ihren Inhalten nein, außer bei Daumen-Bewertung nein, auch nicht bei Bewertung nein
Menschliche Prüfung bei Bewertung ja, Aufbewahrung bis 3 Jahre nein nein
Speicherung in der EU nicht zugesagt nein, Datenregion gilt hier nicht ja, Multi-Region eu wählbar
Quellen je Notizbuch 50 (kostenlos) bis 600 50 (Starter) bis 600 laut Google fünfmal mehr als Standard
Preis 0 € bis 219,99 € im Monat ab 6,80 € je Nutzer und Monat, ohne Steuern 9 US-Dollar je Lizenz und Monat, mindestens 15 Lizenzen

Eine Ausnahme versteckt sich in der Workspace-Spalte. Einige kleine Editionen bekommen Gemini Notebook nicht als Kerndienst, sondern als „zusätzlichen Dienst“. Google nennt dafür Business Base, Essentials Starter, Workspace Individual, das alte G Suite sowie Cloud Identity, Chrome Enterprise und Android Enterprise. Dort gelten laut Google die normalen Google-Nutzungsbedingungen und derselbe Datenschutz wie beim privaten Konto. Wer mit einer dieser Editionen arbeitet, ist rechtlich in der linken Spalte.

Was NotebookLM kann

NotebookLM beantwortet Fragen aus Unterlagen, die Sie selbst hineingeben. Google beschreibt es als Rechercheassistenten. Sie legen ein Notizbuch an, fügen Quellen hinzu und stellen Fragen. Die Antworten stützen sich laut Google nur auf diese Quellen und tragen Belegstellen: Fährt man mit der Maus über einen Verweis, erscheint das Zitat, ein Klick springt an die Stelle im Dokument. Google schreibt, es sei darauf ausgelegt, nur aus den Quellen zu antworten, und lehne Fragen ab, deren Antwort dort nicht steht.

Als Quellen nimmt es laut Google PDF, Word, Text, Markdown, CSV, PowerPoint, Google Docs, Google Slides (bis 100 Folien), Google Sheets (bis 100.000 Token), Bilder, Audiodateien, ePub, Webseiten und öffentliche YouTube-Videos mit Untertiteln. Von Webseiten wird nur der Text übernommen, Seiten hinter einer Bezahlschranke gehen nicht. Aus Google Docs kommen keine Fußnoten und Kommentare mit. Dateien aus Drive gleicht NotebookLM alle paar Minuten mit dem Original ab.

Aus den Quellen erzeugt es im Bereich „Studio“ weitere Formate. Bekannt geworden ist es mit den Audio-Zusammenfassungen: zwei KI-Stimmen besprechen Ihre Unterlagen wie in einem Podcast. Google bietet dafür vier Formate an, das ausführliche Gespräch, eine Kurzfassung mit einer Stimme in unter zwei Minuten, eine Kritik und eine Debatte. Dazu kommen Video-Zusammenfassungen, Berichte, Lernkarten, Quizze, Mindmaps, Infografiken, Foliensätze und Datentabellen. Google weist selbst darauf hin, dass Audio und Video Fehler enthalten können.

Neu seit der Umbenennung ist eine Umgebung, in der Gemini Notebook selbst Code schreibt und ausführt, etwa für die Auswertung von Tabellen. Laut Google stand sie am 16. Juli für Google AI Ultra und für Workspace-Kunden mit den Zusatzpaketen AI Ultra Access und AI Expanded Access bereit und sollte in den folgenden Wochen für Pro-Nutzer im Browser folgen.

Für einen Betrieb ist NotebookLM damit ein Werkzeug für abgegrenzte Stapel: die Handbücher einer Maschine, die Ausschreibungsunterlagen eines Auftrags, die Protokolle eines Projekts. Es ist keine Suche über das ganze Firmenlaufwerk. Warum das Hineinladen ganzer Dokumente anders funktioniert als eine Suche über viele, steht in unserem Vergleich RAG, Fine-Tuning oder langer Kontext.

Welche Fassungen es gibt

Google führt heute drei Wege zu Gemini Notebook.

Privates Google-Konto. Kostenlos mit jedem Gmail-Konto, mit höheren Grenzen in den Abos Google AI Plus, Pro und Ultra. Die deutsche Abo-Seite von Google zeigte am 28.09.2026 für Plus 4,99 Euro im Monat, für Pro 21,99 Euro und für Ultra 99,99 oder 219,99 Euro. Ob darin Umsatzsteuer steckt, sagt die Seite nicht.

Google Workspace. Für Workspace ist Gemini Notebook laut Google ein Kerndienst wie Gmail, Kalender und Docs. Das gilt ab Business Starter, für Business Standard und Plus, für die Enterprise-Editionen, die Frontline-Editionen und Nonprofits. In der Liste der Workspace-Dienste, auf die der Vertrag verweist, steht Gemini Notebook als eigener Eintrag. Die Administratoren schalten es für die ganze Organisation oder nur für einzelne Gruppen ein oder aus.

Gemini Notebook Enterprise über Google Cloud. Eine eigene Fassung, die in einem Google-Cloud-Projekt läuft. Google nennt dafür zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie VPC Service Controls und IAM-Rechte, Quellen aus Microsoft 365 und Google Workspace und eine wählbare Datenregion. Sie ist auch in den Paketen Gemini Enterprise Standard, Plus und Frontline enthalten.

Training, menschliche Prüfung und Aufbewahrung

Privates Konto

Google schreibt, die Inhalte würden nicht zum Training von Gemini Notebook verwendet, außer Sie geben Feedback. Feedback heißt hier: Daumen hoch oder runter an einer Antwort. Dann sammelt Google laut Datenschutzseite die ganze Unterhaltung samt Quellen, Uploads und erzeugten Audios oder Videos. Speziell geschulte Teams prüfen sie, Google verwendet sie zur Verbesserung seiner Produkte und seiner Modelle für maschinelles Lernen und bewahrt sie bis zu drei Jahre auf, getrennt vom Google-Konto. Google bittet selbst darum, in solchem Feedback nichts Vertrauliches mitzuschicken.

Ein zweiter Satz auf derselben Seite ist für Betriebe wichtig: Daten, die Gemini Notebook mit anderen Google-Diensten wie der Gemini-App teilt, werden nach deren Datenschutzhinweisen verwendet, „einschließlich zur Produktverbesserung“.

Workspace

Für Workspace-Konten schreibt Google auf mehreren Seiten dasselbe: Uploads, Fragen und Antworten werden nicht von Menschen geprüft, auch nicht, wenn jemand eine Antwort bewertet, und nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Das ist strenger als bei ChatGPT Business und Claude Team, wo eine Bewertung die Unterhaltung freigibt. Den Vergleich der beiden haben wir in Claude oder ChatGPT im Betrieb aufgeschrieben.

Zur Aufbewahrung sagt der Datenschutz-Hub für Workspace: Hochgeladene Dateien und Notizbücher folgen den Löschregeln im Abschnitt 6 des Cloud Data Processing Addendum. Löschen Sie etwas, muss Google es danach spätestens innerhalb von 180 Tagen aus seinen Systemen entfernen. Nutzer können Notizbücher selbst löschen oder über Google Takeout exportieren, Administratoren über den Datenexport.

Bei Fragen und Antworten sind sich zwei Google-Seiten nicht einig. Der Datenschutz-Hub schreibt, sie würden nach dem Ende der Sitzung nicht aufbewahrt. Die Hilfe zum Chat schreibt, der Chatverlauf bleibe erhalten und sei nur für Sie sichtbar, bis Sie ihn löschen. Wie das zusammenpasst, haben wir nicht klären können.

Enterprise über Google Cloud

Hier schreibt Google, die hochgeladenen Dateien blieben in Ihrem Cloud-Projekt, die gewählte Datenregion werde eingehalten, und Dateien, Chats und Ausgaben würden weder von Menschen geprüft noch zur Verbesserung von KI-Modellen verwendet.

Gilt der Workspace-AVV für NotebookLM?

Ja, sofern Ihre Edition Gemini Notebook als Kerndienst führt. Der Datenschutz-Hub für Workspace sagt wörtlich, Gemini Notebook unterliege als Kerndienst dem Workspace-Vertrag Ihrer Organisation einschließlich des Cloud Data Processing Addendum. Das ist Googles Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Er enthält die EU-Standardvertragsklauseln für Übermittlungen in Drittländer.

Für das private Konto gibt es diesen Vertrag nicht. Die Datenschutzseite von Gemini Notebook nennt für alle, die nicht über ein Arbeitskonto, ein Schulkonto oder Google Cloud kommen, die allgemeinen Google-Nutzungsbedingungen. Verarbeitet ein Dienstleister personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, verlangt Art. 28 Abs. 3 DSGVO dafür einen Vertrag. Ein Mitarbeiter, der Kundendaten in sein privates NotebookLM lädt, hat also keinen. Das ist das Problem, das wir im Beitrag zur Schatten-KI beschrieben haben.

Was in einem solchen Vertrag stehen muss und wie Sie ihn bei den großen Anbietern bekommen, steht in unserem Text zur Auftragsverarbeitung mit KI-Anbietern.

Wo die Daten liegen

Hier liegt die größte Überraschung für Workspace-Kunden. Im Datenschutz-Hub schreibt Google zu Gemini Notebook zwei Dinge:

  • Fügt jemand eine Datei aus Drive hinzu, legt Gemini Notebook eine neue Kopie an. Sie liegt bei den Notizbuch-Daten des Nutzers, nicht in Drive.
  • Die Einstellungen Ihrer Organisation zur Dateifreigabe und zur Datenregion gelten für Daten in Gemini Notebook nicht.

Wer in Workspace die Datenregion Europa eingestellt hat, darf also nicht annehmen, dass NotebookLM-Kopien in Europa liegen. Google sagt nicht, wo sie liegen. Und eine Datei, die in Drive nur für drei Kollegen freigegeben ist, kann über ein geteiltes Notizbuch weitere Leser erreichen, weil für die Kopie andere Freigaben gelten.

Laut Hub ist Gemini Notebook außerdem nicht an den Schutz vor Datenverlust (DLP) von Workspace angebunden. Google nennt stattdessen die Möglichkeit, bei heiklen Drive-Dateien Herunterladen, Kopieren und Drucken zu sperren, dann lassen sie sich nicht in ein Notizbuch übernehmen. Der kontextbezogene Zugriff funktioniert dagegen. Und für Gemini Notebook bestehen laut Google derzeit keine Zertifizierungen nach ISO oder SOC, man arbeite daran.

Nur die Enterprise-Fassung über Google Cloud lässt sich laut Google-Dokumentation in der Multi-Region eu betreiben, mit Zusagen zur Speicherung und zur KI-Verarbeitung. Google empfiehlt dort die Region global, wenn keine Sicherheits- oder Rechtsgründe dagegen sprechen, weil sie schneller antwortet und neue Modelle und Funktionen früher bekommt. Wer eu wählt, nimmt also Einschränkungen in Kauf.

Grenzen: Quellen, Wörter, Nutzung

Eine Quelle darf laut Google bis zu 500.000 Wörter oder, bei hochgeladenen Dateien, bis zu 200 MB haben. Die übrigen Grenzen hängen an der Fassung. Google überschreibt beide Tabellen mit „kann sich ändern“.

Grenze Kostenlos, Business Starter Google AI Plus Google AI Pro, Business Standard und Plus höchste Stufe
Notizbücher je Nutzer 100 200 500 500
Quellen je Notizbuch 50 100 300 600
Chat-Anfragen je Tag 50 200 500 5.000
Audio-Zusammenfassungen je Tag 3 6 20 200
Berichte, Lernkarten, Quizze je Tag je 10 je 20 je 100 je 1.000
Deep Research 10 im Monat 3 am Tag 20 am Tag 200 am Tag

Die höchste Stufe ist beim privaten Konto Ultra mit 30 TB, bei Workspace das Zusatzpaket AI Ultra Access. Dazwischen liegen Stufen, die sich zwischen privatem Konto und Workspace leicht unterscheiden: Ultra mit 20 TB erlaubt 500 Quellen und 2.500 Anfragen am Tag, das Workspace-Paket AI Expanded Access 400 Quellen und 1.000 Anfragen. Die Workspace-Preisseite fasst es kürzer: Business Starter hat „Basiszugriff“ mit bis zu 3 Audio-Zusammenfassungen am Tag, Standard, Plus und Enterprise haben „erweiterten Zugriff“ mit bis zu 20 am Tag und fünfmal mehr Notizbüchern, Anfragen und Quellen.

Wichtig für die Planung: Business Starter hat dieselben Grenzen wie die kostenlose Fassung. Datenschutz und Grenzen hängen bei Google an verschiedenen Stellen. Starter bringt den Schutz, Standard die Menge.

Seit dem 2. September 2026 kommt eine zweite Art von Grenze dazu. Google rechnet die Nutzung nach Rechenaufwand ab, abhängig von der Frage, dem Modell, der Funktion und der Länge des Chats. Das Kontingent füllt sich alle fünf Stunden wieder auf, bis eine Wochengrenze erreicht ist. Plus bekommt laut Google das Doppelte der Standardgrenze, Pro das Vierfache, Ultra das Fünf- oder Zwanzigfache von Pro. Die Hilfeseite nennt dafür nur die privaten Abos. Ob und wie das für Workspace gilt, haben wir nicht gefunden.

Was es kostet

Die Preisseite von Google Workspace zeigte am 28.09.2026 aus Deutschland diese Beträge, mit dem Schalter auf „Jährlich (16 % sparen bei einjähriger Vertragsdauer)“, abgerechnet monatlich:

Edition je Nutzer und Monat, ohne Steuern Gemini Notebook
Business Starter 6,80 € Kerndienst, Basiszugriff
Business Standard 13,60 € Kerndienst, erweiterter Zugriff
Business Plus 21,10 € Kerndienst, erweiterter Zugriff
Enterprise auf Anfrage Kerndienst, erweiterter Zugriff

Unter jedem Preis steht: „Der Preis gilt pro Nutzer und pro Monat und beinhaltet keine Steuern.“ Business Starter bis Plus sind auf 300 Nutzer begrenzt. Für Neukunden zeigte die Seite am 28.09. zeitlich begrenzte Rabatte, die lassen wir in der Rechnung weg. Die Preise ohne Jahresbindung zeigt die Seite erst nach dem Umschalten, die haben wir nicht erfasst.

Die Enterprise-Fassung über Google Cloud kostet laut Google nach 30 Tagen Testzeit 9 US-Dollar je Lizenz und Monat, mindestens 15 Lizenzen. Einen Euro-Preis nennt die Seite nicht.

Die Rechnung für ein Team mit fünf Personen

Angenommen, fünf Personen in einem Planungsbüro oder einem Handwerksbetrieb sollen mit Angeboten, Protokollen und Kundenunterlagen in NotebookLM arbeiten. Kundenunterlagen enthalten Namen und Adressen, es geht also um personenbezogene Daten. Damit fällt das private Konto weg, und auch die Editionen, in denen Gemini Notebook nur ein zusätzlicher Dienst ist. Mit den Preisen vom 28.09.2026, ohne Rabatte:

Weg Rechnung im Jahr
Workspace Business Starter 6,80 € × 5 × 12 408,00 € netto
Workspace Business Standard 13,60 € × 5 × 12 816,00 € netto
Workspace Business Plus 21,10 € × 5 × 12 1.266,00 € netto
Gemini Notebook Enterprise (Cloud) 9 US-Dollar × 15 × 12 1.620 US-Dollar
zum Vergleich: 5 × Google AI Pro, privat 21,99 € × 5 × 12 1.319,40 €, aber ohne AVV

Was wir daraus lesen:

Nutzt Ihr Betrieb Google Workspace schon ab Business Starter, kostet NotebookLM nichts extra. Sie müssen es nur einschalten und Regeln festlegen. Reichen 50 Quellen je Notizbuch und 50 Fragen am Tag je Person nicht, ist der Wechsel von Starter auf Standard die eigentliche Ausgabe: 408 Euro mehr im Jahr für fünf Personen. Dafür gibt es auch 2 TB Speicher je Person statt 30 GB.

Arbeitet Ihr Betrieb mit Microsoft 365, kaufen Sie für NotebookLM ein zweites Büropaket mit Mail, Kalender und Laufwerk, das niemand braucht. Das günstigste sind 408 Euro im Jahr. Dazu kommt die Pflege eines zweiten Kontos je Mitarbeiter. Das rechnet sich nur, wenn NotebookLM wirklich täglich genutzt wird.

Die Enterprise-Fassung lohnt sich für fünf Personen nicht, weil Sie 15 Lizenzen zahlen. Sie ist der einzige Weg mit Speicherung in der EU. Wenn das Ihre Bedingung ist, zahlen Sie für zehn Plätze mit, die niemand nutzt, und brauchen ein Google-Cloud-Projekt, das jemand einrichtet und betreut.

Fünf private Pro-Abos wären teurer als Business Standard und rechtlich schlechter. Das ist der teuerste Fehler in der Tabelle.

Für Betriebe mit Vorsteuerabzug sind die Nettobeträge die Kosten. Wie Google die Umsatzsteuer auf der Rechnung ausweist, haben wir nicht geprüft.

Welche Daten in welche Fassung dürfen

Diese Tabelle ist unsere Einschätzung auf Grundlage der Google-Angaben oben. Sie ersetzt nicht die Prüfung durch Ihren Datenschutzbeauftragten.

Art der Daten Beispiel Privates Konto Workspace, zusätzlicher Dienst Workspace ab Starter Enterprise, Region eu
Öffentlich, eigene Rechte Ihre Website, eigene Prospekte ja ja ja ja
Fremde öffentliche Werke Herstellerhandbücher, Fachartikel nur mit Nutzungsrecht nur mit Nutzungsrecht nur mit Nutzungsrecht nur mit Nutzungsrecht
Intern, ohne Personenbezug Kalkulationsvorlagen, Arbeitsanweisungen nein nein ja ja
Personenbezogen Kundenmails, Angebote mit Namen, Protokolle nein nein ja, mit Eintrag im Verarbeitungsverzeichnis ja
Vertraglich an die EU gebunden Aufträge mit EU-Speicherklausel nein nein nein ja
Besondere Kategorien, Berufsgeheimnis Gesundheitsdaten, Personalakten, Mandantenakten nein nein nur nach Datenschutz-Folgenabschätzung nur nach Datenschutz-Folgenabschätzung

Drei Zeilen brauchen eine Begründung.

Interne Daten ohne Personenbezug im privaten Konto: Rechtlich verbietet die DSGVO das nicht. Wir raten trotzdem ab. Ein Klick auf den Daumen reicht, und Google-Mitarbeiter lesen die Unterlagen samt Quellen, bis zu drei Jahre lang gespeichert. Und wenn der Mitarbeiter geht, gehen die Notizbücher mit seinem Konto.

Vertraglich an die EU gebunden: Workspace scheidet hier aus, weil Google die Datenregion für Gemini Notebook ausdrücklich ausnimmt. Das gilt auch für Business Plus und die Enterprise-Editionen von Workspace.

Besondere Kategorien: Für Gesundheitsdaten, Personalakten oder Akten unter Berufsgeheimnis reicht der Standardvertrag allein nicht als Begründung. Hinzu kommt, dass Google für Gemini Notebook derzeit keine ISO- oder SOC-Zertifizierung nennt. Wie eine Folgenabschätzung für ein KI-Werkzeug aussieht, steht in unserem Text zur Datenschutz-Folgenabschätzung für KI-Systeme.

Was ein Betrieb vor der Einführung prüft

Die Liste ist so geschrieben, dass sie in einer Stunde mit dem Workspace-Administrator abgearbeitet werden kann.

  1. Edition nachsehen. In der Admin-Konsole unter Abrechnung steht, welche Edition Sie haben. Steht dort Business Base, Essentials Starter oder Workspace Individual, ist Gemini Notebook nur ein zusätzlicher Dienst ohne Workspace-Datenschutz.
  2. Vertrag prüfen. Lassen Sie sich zeigen, dass Ihr Workspace-Vertrag das Cloud Data Processing Addendum einschließt, und legen Sie es zu den Unterlagen. Wo genau es in der Admin-Konsole steht, haben wir nicht nachgesehen.
  3. Gemini Notebook gezielt einschalten. Nicht für alle, sondern für eine Gruppe, die es testen soll. Google erlaubt das je Organisationseinheit oder Gruppe.
  4. Freigaben festlegen. Weil die Drive-Freigaben für die Kopien nicht gelten, braucht es eine eigene Regel, mit wem Notizbücher geteilt werden dürfen. Die Einstellungen dazu hat Google in einer eigenen Admin-Seite.
  5. Heikle Dateien sperren. Für Dateien, die nicht in NotebookLM landen sollen, Herunterladen, Kopieren und Drucken abschalten. Diesen Weg nennt Google, weil DLP hier nicht greift.
  6. Private Konten ausschließen. In die KI-Richtlinie schreiben, dass Firmenunterlagen nicht in private Google-Konten gehören, und sagen, womit stattdessen gearbeitet wird.
  7. Verarbeitungsverzeichnis ergänzen. Gemini Notebook als eigenen Eintrag, mit dem Hinweis, dass die Datenregion nicht gilt.
  8. Kennzeichnen, was veröffentlicht wird. Audio- und Video-Zusammenfassungen sind KI-erzeugt. Wer sie Kunden zeigt, sollte das sagen.

Was sonst in eine Richtlinie für Mitarbeiter gehört, steht auf unserer Seite zur KI-Nutzung im Betrieb. Ob der Einsatz insgesamt mit der DSGVO vereinbar ist, hängt an mehr als der Wahl der Fassung. Einen Einstieg gibt Darf ich ChatGPT oder Claude DSGVO-konform nutzen?, die Fragen dort gelten für NotebookLM genauso.

Was wir nicht geprüft haben

Wir haben Gemini Notebook nicht bedient. Wie gut die Antworten auf deutsche Geschäftsunterlagen sind, wie oft die Belegstellen stimmen und wie die Audio-Zusammenfassungen auf Deutsch klingen, können wir deshalb nicht sagen.

Wir haben keine Workspace-Organisation dafür eingerichtet und die Admin-Einstellungen nicht selbst gesehen. Die Schritte in der Checkliste beruhen auf den Hilfeseiten.

Wo Google die Daten von Workspace-Kunden in Gemini Notebook speichert, sagt Google nicht, und wir haben es nicht herausgefunden. Den Widerspruch zur Aufbewahrung von Chats konnten wir nicht auflösen. Ob die rechenbasierten Grenzen seit dem 2. September auch für Workspace gelten, ebenfalls nicht.

Die Workspace-Preise ohne Jahresbindung und die Euro-Rechnung der Enterprise-Fassung haben wir nicht erfasst. Ob das Cloud Data Processing Addendum die Enterprise-Fassung ausdrücklich nennt, haben wir nicht nachgelesen. Bei den privaten Abos zeigten zwei Google-Seiten für Plus unterschiedliche Beträge, 4,99 Euro auf der Gemini-Seite und 9,99 Euro auf der Google-One-Seite, dort mit 2 TB Speicher. Welche Seite welches Paket meint, haben wir nicht geklärt.

Was wir einem kleinen Betrieb raten

Wenn Sie Google Workspace ab Business Starter nutzen, ist NotebookLM ein brauchbares Werkzeug für abgegrenzte Unterlagen, und der Vertrag ist schon da. Schalten Sie es für eine kleine Gruppe ein, legen Sie die Freigaben fest und lassen Sie zwei Wochen lang echte Aufgaben damit erledigen. Stoßen die Leute an die 50 Quellen oder 50 Fragen, ist Business Standard der nächste Schritt.

Wenn Ihre Daten in der EU liegen müssen, ist Workspace für NotebookLM die falsche Antwort, auch wenn der Rest von Workspace in Europa liegt. Dann bleibt die Enterprise-Fassung mit 15 Lizenzen oder ein anderes Werkzeug.

Und in jedem Fall: Klären Sie, wer im Betrieb schon mit einem privaten Konto in NotebookLM arbeitet. Das ist bei einem kostenlosen Werkzeug mit Podcast-Funktion wahrscheinlicher, als die meisten Geschäftsführer denken.

Wenn Sie die Einführung mit Ihrem Team an echten Unterlagen durchgehen wollen, ist das der Inhalt unseres Workshops KI im Arbeitsalltag.

Quellen

Alle abgerufen am 28.09.2026.

Stand: 28. September 2026. Alle Funktions-, Grenz- und Datenschutzangaben stammen von Google und sind von uns nicht nachgemessen. Gemini Notebook haben wir für diesen Beitrag nicht bedient. Die Rechnung verwendet die Listenpreise vom 28.09.2026 ohne Einführungsrabatte und ohne Umsatzsteuer. Die Entscheidungstabelle ist unsere Einschätzung und keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Ist NotebookLM DSGVO-konform?
Das hängt an der Fassung. Mit einer Workspace-Edition, in der Google NotebookLM (heute Gemini Notebook) als Kerndienst führt, also ab Business Starter, gilt laut Google der Workspace-Vertrag samt Cloud Data Processing Addendum, und Ihre Uploads, Fragen und Antworten werden weder von Menschen geprüft noch zum Training verwendet. Mit einem privaten Google-Konto gelten dagegen die allgemeinen Google-Nutzungsbedingungen ohne Auftragsverarbeitungsvertrag. Ob der Einsatz insgesamt rechtmäßig ist, hängt außerdem an Ihren Daten, Ihrer Rechtsgrundlage und Ihrer Dokumentation. Die Fassung ist nur die Voraussetzung.
Trainiert Google mit den Dokumenten, die wir in NotebookLM hochladen?
Laut Google in keiner Fassung ohne Ihr Zutun. Beim privaten Konto werden Inhalte aber verwendet, sobald jemand eine Antwort mit Daumen hoch oder runter bewertet: Dann prüfen geschulte Teams die ganze Unterhaltung samt Quellen, und Google bewahrt sie bis zu drei Jahre auf, getrennt vom Konto. Bei Workspace-Konten gilt das nicht: Dort werden Uploads, Fragen und Antworten laut Google auch bei einer Bewertung nicht von Menschen geprüft und nicht zum Training verwendet. Dasselbe sagt Google für die Enterprise-Fassung über Google Cloud.
Liegen die NotebookLM-Daten in der EU, wenn wir in Workspace die Datenregion Europa eingestellt haben?
Nein. Google schreibt im Datenschutz-Hub für Workspace ausdrücklich, dass die Einstellungen zur Datenregion und zur Dateifreigabe für Daten in Gemini Notebook nicht gelten. Eine Datei aus Drive wird beim Hinzufügen kopiert und liegt dann bei den Notizbuch-Daten, nicht mehr in Drive. Eine Speicherung in der EU nennt Google nur für Gemini Notebook Enterprise über Google Cloud, dort gibt es die Multi-Region eu.
Was kostet NotebookLM für ein Team mit fünf Personen?
Die günstigste Fassung, in der Google den Workspace-Datenschutz zusagt, ist Business Starter mit 6,80 Euro je Nutzer und Monat bei einjähriger Vertragsdauer, ohne Steuern. Für fünf Personen sind das 408 Euro im Jahr. Business Standard mit höheren NotebookLM-Grenzen kostet 13,60 Euro, also 816 Euro im Jahr. Die Enterprise-Fassung über Google Cloud kostet 9 US-Dollar je Lizenz und Monat bei mindestens 15 Lizenzen, also mindestens 1.620 US-Dollar im Jahr, auch wenn nur fünf Personen sie nutzen.
Wie viele Quellen passen in ein NotebookLM-Notizbuch?
Laut Google-Hilfe darf jede Quelle bis zu 500.000 Wörter oder bei hochgeladenen Dateien bis zu 200 MB haben. Je Notizbuch sind es in der kostenlosen Fassung und bei Business Starter 50 Quellen, bei Business Standard und Business Plus 300, in den höchsten Stufen bis zu 600. Google schreibt dazu, dass diese Grenzen sich ändern können. Seit dem 2. September 2026 kommen rechenbasierte Nutzungsgrenzen dazu, die sich alle fünf Stunden bis zu einer Wochengrenze auffüllen.

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