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#Claude#ChatGPT#OpenAI#Anthropic#Modellwahl#Datenschutz#Mittelstand

Claude oder ChatGPT im Betrieb: Tarife, Datenschutz und ein Test mit Kundenmail und Rechnung

Claude Team oder ChatGPT Business? Ich habe am 27. September 2026 die Preis- und Datenschutzseiten beider Hersteller nachgelesen: was ein Platz in Euro kostet, wer mit Ihren Daten trainiert, wo gespeichert wird und wie Sie zum AVV kommen. Dazu eine Rechnung für ein Team mit fünf Personen und ein kleiner Test: Claude Opus 5.5 und GPT-6 Sol beantworten dieselbe Kundenmail und prüfen dieselbe Handwerkerrechnung, mit gemessener Zeit und Kosten je Aufruf.

Annett Krusch
Claude oder ChatGPT im Betrieb: Tarife, Datenschutz und ein Test mit Kundenmail und Rechnung (Mit KI erzeugtes Bild)Mit KI erzeugtes Bild. Mehr zur KI-Transparenz

Die kurze Antwort zuerst. Für ein kleines Team kosten Claude Team und ChatGPT Business fast gleich viel, beide trainieren standardmäßig nicht mit Ihren Firmendaten, und beide geben Ihnen einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Der Unterschied, der für ein deutsches Unternehmen wirklich zählt, liegt beim Speicherort: ChatGPT bietet Datenspeicherung in der EU an, allerdings erst im Enterprise-Tarif. Claude speichert laut Anthropic in den USA, auch bei Enterprise.

Welches Modell besser schreibt, lässt sich an Herstellerangaben kaum entscheiden. Deshalb habe ich beiden dieselben zwei Aufgaben aus dem Büroalltag gegeben, eine Kundenbeschwerde und eine Handwerkerrechnung mit Fehlern, und Zeit und Kosten gemessen. Das Ergebnis steht weiter unten.

Alle Preise und Datenschutzangaben habe ich am 27. September 2026 auf den Seiten von Anthropic und OpenAI nachgesehen. Die Quellen stehen am Ende.

Offenlegung: Wir arbeiten täglich mit Claude und bieten Claude-Schulungen an. Deshalb stütze ich mich bei beiden Herstellern auf deren eigene Seiten und zeige die Testantworten im Wortlaut.

Die Übersicht

Frage Claude Team ChatGPT Business
Preis je Standard-Platz 18 € im Monat bei Jahreszahlung, 21,04 € monatlich, ohne Steuern 21 € im Monat bei Jahreszahlung, 26 € monatlich, Steuer nicht angegeben
Preis je Premium-Platz 90 € / 105,23 €, fünffache Nutzung 105 € / 130 €, fünffache Nutzung
Teamgröße 2 bis 150 2 bis 200
Training mit Ihren Inhalten standardmäßig nein standardmäßig nein
AVV in den kommerziellen Bedingungen enthalten über Formular von OpenAI
Datenspeicherung in der EU nein, auch nicht bei Enterprise nein, erst bei Enterprise
SSO ja ja
SCIM, Audit-Logs nur Enterprise nur Enterprise

Was die Tarife kosten

Beide Preisseiten zeigen einem Besucher aus Deutschland Euro-Beträge. In der US-Fassung stehen bei beiden dieselben Dollarpreise: 20 Dollar je Standard-Platz bei Jahreszahlung, 25 Dollar monatlich. In Euro liegen sie auseinander.

Tarif jährliche Abrechnung, je Monat monatliche Abrechnung
Claude Team, Standard-Platz 18,00 € 21,04 €
Claude Team, Premium-Platz 90,00 € 105,23 €
ChatGPT Business, Standard-Platz 21,00 € 26,00 €
ChatGPT Business, Premium-Platz 105,00 € 130,00 €
Claude Enterprise 20 US-Dollar je Platz plus Nutzung zu API-Preisen nur jährlich
ChatGPT Enterprise Preis auf Anfrage

Bei Anthropic steht unter den Preisen ausdrücklich, dass Steuern nicht enthalten sind. Die OpenAI-Seite sagt dazu nichts. Wenn Sie beim Kauf eine Umsatzsteuer-ID hinterlegen, rechnet OpenAI laut Hilfe-Center entsprechend ab. Welchen Betrag die Rechnung am Ende zeigt, habe ich nicht geprüft, weil ich keinen Business-Arbeitsbereich abgeschlossen habe.

Bei beiden Herstellern lassen sich Standard- und Premium-Plätze mischen. Den Premium-Platz braucht nur, wer den ganzen Tag mit dem Werkzeug arbeitet und an die Nutzungsgrenze stößt. OpenAI wirbt beim Premium-Platz damit, dass die Fünf-Stunden-Grenze entfällt.

Die Enterprise-Tarife unterscheiden sich im Modell. Claude Enterprise hat einen festen Platzpreis und rechnet die Nutzung zusätzlich nach Verbrauch ab, zu den Preisen der API. Was Ihre Mitarbeiter dort kosten, hängt also davon ab, wie viel sie mit welchem Modell arbeiten. ChatGPT Enterprise nennt keinen Preis. Laut OpenAI gibt es dort Abrechnung nach Guthaben und nach Token.

Was ein Team mit fünf Personen im Jahr zahlt

Eine Rechnung mit den Preisen vom 27.09.2026, ohne Rabatte:

Besetzung Claude Team ChatGPT Business
5 Standard-Plätze, jährlich 1.080,00 € 1.260,00 €
5 Standard-Plätze, monatlich 1.262,40 € 1.560,00 €
4 Standard + 1 Premium, jährlich 1.944,00 € 2.268,00 €
5 Premium-Plätze, jährlich 5.400,00 € 6.300,00 €

Gerechnet ist jeweils Platzpreis mal fünf mal zwölf, bei der gemischten Besetzung vier Standard- und ein Premium-Platz. Die Claude-Beträge sind netto. Bei ChatGPT kann ich nicht sagen, ob die angezeigten Euro-Preise Umsatzsteuer enthalten; wenn ja, wäre der Abstand kleiner, als die Tabelle zeigt.

Der Unterschied liegt bei fünf Standard-Plätzen bei 180 Euro im Jahr. Das ist weniger, als eine Stunde Einarbeitung für das ganze Team kostet. Am Preis sollte die Entscheidung also nicht hängen.

Training, Aufbewahrung und AVV

Training

Anthropic schreibt für seine kommerziellen Produkte, also Claude Team, Enterprise und die API, dass Eingaben und Ausgaben standardmäßig nicht fürs Training verwendet werden. Ausnahme: Wer eine Antwort mit dem Daumen bewertet, gibt die ganze Unterhaltung frei. Anthropic bewahrt sie dann bis zu fünf Jahre auf. Der Besitzer der Organisation kann den Daumen-Knopf für alle abschalten.

OpenAI schreibt auf der Seite zum Datenschutz für Unternehmen dasselbe für ChatGPT Business, Enterprise und die API: kein Training mit Ihren Daten, außer Sie stimmen ausdrücklich zu, etwa über die Bewertung einer Antwort.

In den Tarifen für Einzelpersonen sieht es bei beiden anders aus. Anthropic führt Free, Pro und Max in der Preistabelle beim Training mit „Opt-out“ und nutzt Chats laut Datenschutz-Center, wenn Sie es in den Einstellungen erlauben. OpenAI schreibt für ChatGPT und Codex bei Einzelpersonen, dass Inhalte zum Training genutzt werden können und Sie das in den Einstellungen abschalten. Ein Mitarbeiter, der mit seinem privaten Plus- oder Pro-Konto Kundenmails bearbeitet, fällt also unter andere Regeln als der Firmentarif. Darum geht es in unserem Beitrag zur Schatten-KI.

Aufbewahrung

Bei ChatGPT Business legen die Administratoren fest, wie lange Chats aufbewahrt werden. Gelöschte Unterhaltungen verschwinden laut OpenAI innerhalb von 30 Tagen, sofern kein Gesetz oder der Schutz vor Missbrauch längeres Aufbewahren verlangt. Admins können die Unterhaltungen der Mitglieder einsehen, exportieren und löschen. Auf gespeicherte Unterhaltungen dürfen bei OpenAI berechtigte Mitarbeiter und spezialisierte externe Dienstleister zugreifen, Letztere nur zur Prüfung auf Missbrauch.

Bei Claude Team bleiben Chats gespeichert, bis Sie sie löschen. Danach sind sie laut Anthropic innerhalb von 30 Tagen aus den Systemen entfernt. Verstößt eine Eingabe gegen die Nutzungsrichtlinien, bewahrt Anthropic Ein- und Ausgaben bis zu zwei Jahre auf. Eigene Aufbewahrungsfristen legen bei Claude erst Enterprise-Kunden fest. Bei ChatGPT steuern die Admins die Dauer schon im Business-Tarif.

Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung

Bei Anthropic ist der AVV mit den Standardvertragsklauseln der EU Bestandteil der kommerziellen Nutzungsbedingungen. Wer sie akzeptiert, akzeptiert laut Anthropic auch den AVV, eine eigene Unterschrift ist nicht vorgesehen. Er gilt für Claude for Work (Team und Enterprise) und die API, nicht für Free und Pro.

Bei OpenAI schließen Sie den AVV für ChatGPT Business, Enterprise und die API über ein Formular ab. Für die Einzeltarife nennt die Seite keinen AVV.

Was in einem solchen Vertrag stehen sollte und worauf Sie beim Abschluss achten, steht in unserem Text zur Auftragsverarbeitung mit KI-Anbietern. Ob der Einsatz insgesamt mit der DSGVO vereinbar ist, hängt an mehr als dem Vertrag; einen Einstieg gibt Darf ich ChatGPT oder Claude DSGVO-konform nutzen?.

Wo die Daten liegen

Hier unterscheiden sich die beiden am deutlichsten.

ChatGPT bietet Datenresidenz in zehn Regionen an, darunter die EU. Laut Vergleichstabelle auf der Business-Preisseite von OpenAI gehört das zum Enterprise-Tarif, beim Business-Tarif steht dort „No“. Ein Team mit fünf Personen, das Business bucht, bekommt also keine Speicherung in der EU.

Claude schreibt in seinem Datenschutz-Center, dass Anfragen kommerzieller Kunden standardmäßig in Länder in den USA, Europa, Asien und Australien geleitet werden können, gespeichert wird aber in den USA. Enterprise-Kunden mit Nutzungsabrechnung können die Verarbeitung auf die USA beschränken, zum 1,1-fachen API-Preis. Eine Option, die Claude-App in der EU zu betreiben, nennt Anthropic nicht.

Wer die Modelle über die Programmierschnittstelle in eigene Anwendungen einbaut, hat andere Wege: OpenAI bietet für die API eine Verarbeitung in Europa, Claude läuft in der EU über Amazon Bedrock oder Google Cloud. Das haben wir im Beitrag zu Opus 5.5 und GPT-6 Sol/Luna Schritt für Schritt aufgeschrieben.

Was die Hersteller über die Stärken sagen

Beide Firmentarife enthalten die aktuellen Spitzenmodelle. Bei Claude Team nennt die Preistabelle Opus, Sonnet und Haiku sowie Fable mit begrenztem Kontingent auf Premium-Plätzen. Bei ChatGPT Business führt die Tabelle GPT-6 Astra, GPT-6 Sol und GPT-6 Luna neben der 5.6-Reihe.

Anthropic schreibt über Claude Opus 5.5, es sei führend beim agentischen Programmieren, bei der Bedienung von Computern und bei Wissensarbeit, und leiste bei den meisten Aufgaben so viel wie Claude Fable 5.1.

OpenAI schreibt über GPT-6 Sol, es bringe die Fortschritte von GPT-6 Astra bei Facharbeit, Faktentreue, Programmieren und Computerbedienung in ein günstigeres Modell. In einer internen Auswertung mache Sol etwa halb so viele sachliche Fehler wie sein Vorgänger. Die Antworten seien klarer und etwas kürzer. In einem Test mit Geschäftsabläufen schlägt Sol laut OpenAI Claude Opus 5; mit Opus 5.5 hat OpenAI nicht verglichen.

Eine Einschränkung aus der OpenAI-Ankündigung vom 22. September: GPT-6 Sol und Luna standen zum Start in ChatGPT Work und Codex bereit, im normalen Chat noch nicht.

Beides sind Herstellerangaben. Preise pro Token und Einsatzzwecke der einzelnen Modelle stehen in unseren Übersichten der Claude-Modelle und der GPT-Modelle.

Der Test: eine Kundenmail und eine Rechnung

Ich wollte sehen, wie sich die beiden bei einer gewöhnlichen Büroaufgabe verhalten. Dafür habe ich Claude Opus 5.5 und GPT-6 Sol am 27.09.2026 über OpenRouter aufgerufen, einen Dienst, der beide Anbieter über eine Schnittstelle erreichbar macht. Beide Aufgaben liefen zweimal, insgesamt acht Aufrufe. Die Daten sind erfunden. Echte Kundendaten gehören nicht über einen Zwischenhändler, dazu mehr in unserem Text zu OpenRouter im Unternehmen.

Aufgabe 1: die Beschwerde

Die Anweisung: Sachbearbeiterin eines Gartenmöbelhändlers, höchstens 150 Wörter, fünf Regeln. Darunter: Versandkosten (19,90 Euro) erstatten wir bei mehr als 10 Werktagen Verzug; bei Schäden erst Fotos, dann Ersatzteil oder Gutschrift; Rechnungsfragen an die Buchhaltung; keine Gutscheine ohne Freigabe der Teamleitung.

Die Kundin schreibt, die Bank sei 17 Tage nach der Bestellung gekommen, die Lehne habe einen Riss, sie wolle die Versandkosten zurück und einen Gutschein, und auf der Rechnung stünden 249 statt 229 Euro.

Beide Modelle haben in beiden Durchläufen alle Regeln eingehalten: Versand erstattet, Fotos angefordert, Wahl zwischen Ersatzteil und Gutschrift angeboten, den Gutschein nicht zugesagt, die Rechnungsfrage an die Buchhaltung verwiesen. Gekürzt, jeweils aus dem ersten Durchlauf:

Claude Opus 5.5:

Lieferverzug: Die Lieferung hat über 10 Werktage gedauert. Deshalb erstatten wir Ihnen die Versandkosten von 19,90 Euro.

Riss in der Rückenlehne: Bitte senden Sie uns Fotos des Schadens als Antwort auf diese E-Mail. […]

Gutschein: Gutscheine kann ich nicht selbst vergeben. Ich gebe Ihren Wunsch aber an meine Teamleitung weiter. Eine Zusage kann ich Ihnen leider nicht machen. […]

GPT-6 Sol:

es tut mir leid, dass Ihre Gartenbank verspätet und mit einer beschädigten Rückenlehne angekommen ist. […] Da Ihre Lieferung mehr als 10 Werktage gedauert hat, erstatten wir Ihnen die Versandkosten von 19,90 Euro. […] Einen Gutschein kann ich Ihnen ohne Freigabe der Teamleitung nicht zusagen.

Zwei Unterschiede sind mir aufgefallen. Claude gliedert die Mail mit fett gesetzten Zwischenüberschriften. In einem Mailprogramm, das nur Text versteht, stehen dann Sternchen im Text. Und Claude bietet von sich aus an, den Gutscheinwunsch an die Teamleitung weiterzugeben. Das verbieten die Regeln nicht, sie sehen es aber auch nicht vor. GPT-6 Sol schrieb in Fließtext und hielt sich enger an die Vorgabe. Die Antworten waren 120 Wörter (Claude) und 89 bis 96 Wörter (GPT) lang.

Aufgabe 2: die Rechnung

Ein Elektriker hat ein Angebot über 1.101,50 Euro netto gemacht und stellt 1.312,50 Euro netto in Rechnung. Darin stecken drei Abweichungen:

Angebot   1. Arbeitszeit  10 Std à 65,00 € =  650,00 €
          2. Anfahrt       1 × 35,00 €     =   35,00 €
          4. FI-Schalter   3 × 42,50 €     =  127,50 €
Rechnung  1. Arbeitszeit  12 Std à 68,00 € =  816,00 €
          2. Anfahrt       2 × 35,00 €     =   70,00 €
          4. FI-Schalter   3 × 42,50 €     =  137,50 €   ← Rechenfehler

Beide Modelle haben in beiden Durchläufen alle drei gefunden: 166 Euro mehr bei der Arbeitszeit, eine zweite Anfahrt für 35 Euro und den Rechenfehler von 10 Euro. Beide haben richtig erkannt, dass die Rechnung mit dem falschen Positionsbetrag in sich korrekt addiert ist, und die korrigierte Summe richtig mit 1.549,98 Euro brutto angegeben. Ich habe jede genannte Zahl nachgerechnet, keine war falsch.

Der Unterschied lag im Umfang. GPT-6 Sol lieferte eine knappe Liste mit fünf Punkten. Claude Opus 5.5 zerlegte die 166 Euro zusätzlich in Mehrstunden und höheren Stundensatz und schloss mit einer Empfehlung:

Empfehlung: Nicht in voller Höhe zahlen. Korrektur von Pos. 4 verlangen. Die Mehrkosten aus Pos. 1 und 2 nur zahlen, wenn sie begründet oder vereinbart wurden.

Das ist nützlich, war aber nicht gefragt. Ob Sie das eine oder das andere lieber lesen, ist Geschmackssache.

Zeit und Kosten

Aufgabe Modell Dauer je Aufruf Kosten je Aufruf
Kundenmail Claude Opus 5.5 9,7 und 11,3 s 1,34 und 1,62 Cent
Kundenmail GPT-6 Sol 4,4 und 4,5 s 0,31 und 0,30 Cent
Rechnung Claude Opus 5.5 12,5 und 13,6 s 1,96 und 2,15 Cent
Rechnung GPT-6 Sol 5,7 und 6,3 s 0,49 und 0,47 Cent

Die Kosten hat OpenRouter je Aufruf in US-Dollar gemeldet. Sie entsprechen den Listenpreisen der Hersteller: 4 und 20 Dollar je Million Token bei Opus 5.5, 2 und 10 Dollar bei GPT-6 Sol. Umgerechnet habe ich mit dem EZB-Referenzkurs vom 25. September 2026 (1 Euro = 1,1403 US-Dollar), dem letzten vor dem Test. Alle acht Aufrufe zusammen kosteten 8,6 Cent.

Zwei Dinge erklären den Abstand. Opus 5.5 kostet je Token das Doppelte. Und dieselbe Anweisung zählte bei Claude rund doppelt so viele Eingabe-Token wie bei GPT (543 gegen 274 bei der Kundenmail), weil beide Hersteller Text unterschiedlich in Token zerlegen. Dazu schrieb Claude längere Antworten. Der Preis pro Token sagt deshalb wenig über die Rechnung; das haben wir im Beitrag LLM-Preise richtig vergleichen ausgeführt.

Für das Abo spielen diese Cent-Beträge keine Rolle, dort zahlen Sie je Platz. Sie zählen, wenn Sie so eine Aufgabe automatisieren. Hochgerechnet aus meinen Messungen kosteten 1.000 solcher Kundenmails mit Opus 5.5 rund 15 Euro, mit GPT-6 Sol rund 3 Euro, ohne Zwischenspeicher und ohne den Aufschlag für EU-Verarbeitung.

Was der Test nicht zeigt

Zwei Aufgaben mit je zwei Durchläufen sind kein Leistungsvergleich. Beide Aufgaben waren so gebaut, dass ein gutes Modell sie lösen muss, und beide haben sie gelöst. Wo die Grenzen der Modelle liegen, zeigt so ein Test nicht. Er zeigt, wie sich Tempo und Länge der Antworten anfühlen.

Ich habe die Modelle über die API aufgerufen, nicht über die Apps. In ChatGPT Business und Claude Team kommen eigene Systemanweisungen, Werkzeuge und Einstellungen dazu, die Antworten können dort anders ausfallen. Die Denktiefe habe ich nicht eingestellt, beide liefen mit der Vorgabe von OpenRouter. Claude Opus 5.5 lief dabei laut OpenRouter über Anthropics Plattform bei AWS, GPT-6 Sol direkt bei OpenAI.

Die Euro-Preise sind die, die die Seiten aus Deutschland angezeigt haben. Ob Ihre Rechnung mit oder ohne Steuer auf diese Beträge kommt, habe ich nicht geprüft.

Was ich einem kleinen Betrieb rate

Wenn Ihr Team die Werkzeuge für Texte, Mails, Tabellen und Recherche nutzen will und keine besonders schutzbedürftigen Daten hineingibt, sind beide Firmentarife tragfähig. Nehmen Sie den, mit dem Ihre Leute besser zurechtkommen. Lassen Sie zwei, drei Personen eine Woche lang ihre echten Aufgaben mit beiden erledigen, bevor Sie für alle kaufen. Zwei Plätze je Tarif kosten bei monatlicher Zahlung für einen Monat zusammen rund 94 Euro.

Wenn Daten in der EU liegen müssen, weil ein Kunde oder Ihre eigene Datenschutzprüfung das verlangt, bleibt nach den Herstellerseiten nur ChatGPT Enterprise. Claude kommt dann nur über die API und einen Cloud-Anbieter in Frage, also in einer eigenen Anwendung.

Egal welcher Tarif: Schließen Sie den AVV ab, schalten Sie die Daumen-Bewertung ab, wenn Sie nicht wollen, dass Unterhaltungen ins Training gehen, und sorgen Sie dafür, dass niemand mehr mit privaten Konten arbeitet. Was in so eine Regel gehört, steht auf unserer Seite zur DSGVO-konformen KI-Nutzung im Betrieb.

Wie Claude im Team eingerichtet wird, mit Projekten, Cowork und eigenen Skills, steht in unserem Beitrag zu Claude Cowork und Skills im Team. Wenn Sie die Einführung mit Ihrem Team an echten Aufgaben durchgehen wollen, ist das der Inhalt unserer Claude-Schulung für Teams und des Workshops KI im Arbeitsalltag.

Quellen

Alle abgerufen am 27.09.2026.

Stand: 27. September 2026. Test am 27.09.2026 zwischen 18:01 und 18:03 Uhr UTC über OpenRouter mit den Modellkennungen anthropic/claude-opus-5.5 und openai/gpt-6-sol, je Aufgabe zwei Durchläufe, Dauer vom Absenden bis zur vollständigen Antwort, Kosten laut OpenRouter-Abrechnung je Aufruf. Leistungsangaben der Hersteller sind von uns nicht nachgemessen.

Häufige Fragen

Was kostet Claude Team und was kostet ChatGPT Business?
Aus Deutschland aufgerufen zeigten die Preisseiten am 27.09.2026: Claude Team 18 Euro je Standard-Platz und Monat bei jährlicher Abrechnung, 21,04 Euro bei monatlicher, ohne Steuern. ChatGPT Business 21 Euro je Standard-Platz und Monat bei jährlicher Abrechnung, 26 Euro bei monatlicher; ob darin Steuern stecken, sagt die OpenAI-Seite nicht. Premium-Plätze mit fünffacher Nutzung kosten bei Claude 90 bzw. 105,23 Euro, bei ChatGPT 105 bzw. 130 Euro.
Trainieren Anthropic oder OpenAI mit unseren Firmendaten?
In den Firmentarifen standardmäßig nicht. Anthropic schreibt, Eingaben und Ausgaben aus kommerziellen Produkten wie Claude Team, Enterprise und der API würden standardmäßig nicht fürs Training genutzt. OpenAI schreibt dasselbe für ChatGPT Business, Enterprise, Edu und die API. Bei beiden gilt eine Ausnahme: Wer eine Antwort mit Daumen hoch oder runter bewertet, gibt die Unterhaltung fürs Training frei. In den Tarifen für Einzelpersonen (Free, Pro, Max bei Claude; Free, Go, Plus, Pro bei ChatGPT) können Inhalte fürs Training genutzt werden, beide Hersteller bieten dafür einen Schalter in den Einstellungen.
Kann ich Claude oder ChatGPT mit Datenspeicherung in der EU nutzen?
Bei ChatGPT ja, aber erst im Enterprise-Tarif. Die Vergleichstabelle von OpenAI führt Datenresidenz in zehn Regionen einschließlich der EU nur für Enterprise, nicht für Business. Bei Claude nein: Anthropic schreibt, Daten kommerzieller Produkte würden in den USA gespeichert. Enterprise-Kunden mit Nutzungsabrechnung können die Verarbeitung auf die USA beschränken, eine EU-Option für die Claude-App nennt Anthropic nicht.
Bekomme ich bei Claude und ChatGPT einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
Ja, in den Firmentarifen. Bei Anthropic ist der Vertrag samt Standardvertragsklauseln in die kommerziellen Nutzungsbedingungen eingebunden; wer diese akzeptiert, akzeptiert laut Anthropic auch den AVV. Für Free und Pro gilt er nicht. OpenAI schließt einen AVV für ChatGPT Business, Enterprise und die API über ein Formular ab.
Welches Modell hat im Test besser abgeschnitten?
Beide haben beide Aufgaben richtig gelöst: die Kundenmail regelkonform beantwortet und in der Rechnung alle drei Abweichungen samt Rechenfehler gefunden. GPT-6 Sol war schneller (4 bis 6 Sekunden gegen 10 bis 14) und je Aufruf etwa ein Viertel so teuer. Claude Opus 5.5 gab ausführlichere Antworten mit einer Empfehlung, was mit der Rechnung zu tun ist. Zwei Aufgaben mit je zwei Durchläufen sind kein Leistungsvergleich, sie zeigen nur, wie sich die beiden im Alltag anfühlen.

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